Juli Tipp

Der Rotmilan in der Rhön

Ranger Jan Knittel:

"Es leben ungefähr 12.000 - 18.000 Brutpaare in Deutschland (ADEBAR 2015).

Deutschland beherbergt also rund 50% des Weltbestands des Rotmilans, die Rhön rund 1% – eine große Verantwortung!"

Woran erkennt man einen Rotmilan?

  • Der Rotmilan ist der auffälligste Greifvogel der Rhöner Landschaft. Im Gegensatz zu anderen Teilen Deutschlands gehört der seltene Vogel in der Rhön im Sommerhalbjahr zum Landschaftsbild.
  • Wie der Name schon sagt, hat der Rotmilan einen hell bräunlich bis rostroten Rücken. Die Grundfarbe ist rostbraun, auf der Unterseite der Vorderflügel hat er ein großes weißes Feld und der Kopf ist weißlich bis grau gefärbt. Der Schwanz ist oberseits rostfarben und unterseits hellgrau bis hellbraun.
  • Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen Arten ist sein tief gegabelter Schwanz.
  • Mit einer Körpergröße bis zu 70 cm, einem Gewicht von 900g - 1.200g und einer Flügelspannweite bis zu 170 cm ist der Rotmilan nach See- und Steinadler unser größter heimischer Greifvogel.
  • Über den Lebensraum des Rotmilans lässt sich sagen: Er fühlt sich in einer strukturreichen Landschaft mit Wald, Wiesen, Weiden, Äckern und Feldgehölzen, Quellen und Bachläufen wohl. Meist brütet der Rotmilan in Waldrandnähe. Zur Nahrungssuche fliegt er in die offene Landschaft. Auch Dörfer und Weiler werden vom Rotmilan aufgesucht.

Beobachtungen melden

Eigentlich sind Rotmilane Sommergäste in der Rhön, sie überwintern meist in Spanien oder Frankreich. Doch wie es scheint sind nicht alle Vögel fortgezogen. 

Bedingt durch den Klimawandel und die vergleichsweise milden Winter der vergangenen Jahre scheinen immer mehr Rotmilane auf den kräftezerrenden Flug ins Winterquartier zu verzichten. Daten dazu liegen aber nur in geringem Umfang vor. Bundesweit werden aktuell durch winterliche Zählungen an bekannten Schlafplätzen Daten erfasst. Auch innerhalb des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön soll das nun erfolgen, denn es ist bislang nur wenig darüber bekannt, ob und in welchem Umfang die eleganten Greifvögel bei uns überwintern.

Daher rufen die Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön Vogelfreunde auf, etwaige aktuelle Rotmilansichtungen und gegebenenfalls auch Schlafplätze zu melden. Melden Sie Ihre Beobachtungen an die zuständigen Stellen in Bayern, Hessen und Thüringen – gern auch mit Fotos: Für Hessen an Jan Knittel, E-Mail: jan.knittel@br-rhoen.de.

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