Was ist ein Biosphärenreservat?

Biosphärenreservate sind weltweit von der UNESCO ins Leben gerufene Modellregionen, in denen eine nachhaltige Entwicklung im Zusammenspiel von Umwelt, Wirtschaft und sozialen Aspekten verwirklicht werden soll. Sie sind international im Rahmen des UNESCO-Programms „Der Mensch und die Biosphäre“ anerkannt und werden somit für schützenswert erachtet.

In den weltweit 621* Biosphärenreservaten laufen vielfältige Projekte, um dieses nachhaltige Handeln beispielhaft vorzuleben. Ein sehr bekanntes Biosphärenreservat dürfte der Yellowstone-Nationalpark in den USA sein, aber auch ganze Inseln wie Hawaii oder Lanzarote besitzen diesen Status. Eine komplette Liste aller Biosphärenreservate finden Sie hier.

Dabei ist das UNESCO-Netzwerk von unschätzbarem Wert: Vertreter aus aller Welt können Erfahrungen austauschen und so wertvolle neue Ideen für die Weiterentwicklung des eigenen Biosphärenreservats sammeln.

* Stand 2013.

Allein in Deutschland gibt es 15 Biosphärenreservate.

Mehr erfahren

Das Wort „Reservat“ hört sich zunächst einmal nach Isolation und Stillstand an. Genau das Gegenteil ist jedoch der Fall: In einem Biosphärenreservat spielen natürlich der Schutz und der Erhalt der Natur eine maßgebliche Rolle – es geht aber vor allem auch um die Einbeziehung der dort lebenden Menschen sowie deren gesellschaftliche und ökonomische Entwicklung. Daher ist die Bevölkerung eines Biosphärenreservats auch aktiv in das Konzept eingebunden.

Hier stehen der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur und die umweltverträgliche Nutzung der Landschaft in jeder Beziehung im Mittelpunkt. Gemeinsam mit der Bevölkerung werden alle Konzepte zum Schutz, zur Pflege und Weiterentwicklung des Biosphärenreservats erarbeitet und schließlich umgesetzt.

Das bedeutet eine stetige aktive Förderung einer nachhaltigen Entwicklung in diesen Modellregionen: 

  • Schutz der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren
  • Sicherung einer harmonischen Weiterentwicklung aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Sicht
  • Bildungsarbeit, Forschung, Kommunikation und systematische Überwachung („Monitoring“)

Drei Zonen für ein grosses Ziel

Jedes Biosphärenreservat hat seine ganz eigenen Charakteristika. Es geht nicht immer in erster Linie um den Schutz unberührter Naturgebiete. Um diesen weltweit unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden, sind Biosphärenreservate in drei Zonen aufgeteilt.

Kernzonen

Diese Bereiche dienen dem langfristigen Naturschutz und sind in der Regel von der wirtschaftlichen Nutzung ausgeschlossen. Es gibt jedoch je nach Region zahlreiche Ausnahmen. So sind traditionelle Nutzungsformen wie Schaftrieb sowie generell Jagd und Fischerei zugelassen. Sofern mit den Schutzzielen vereinbar, sind hier ebenfalls naturorientierter Tourismus und sanfte Freizeitnutzung möglich.

Pflegezonen

Diese Zonen sollen dafür sorgen, dass ein weicher Übergang von den naturbelassenen Kernzonen zu den Bereichen konventioneller Nutzung stattfindet. Sie umschließen üblicherweise die Kernzonen. Schonende, naturnahe Landnutzung wie sanfter Tourismus oder ökologischer Landbau steht hier im Vordergrund.

Entwicklungs- Zonen

In diesen besiedelten und flächenmäßig meist größten Bereichen eines Biosphärenreservats soll – unter anderem mit Modellprojekten – eine nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen gefördert werden.

Diese Einteilung in Zonen spiegelt sich auch in den speziellen Besonderheiten wider, die wir in der Rhön finden. So ist das heutige Erscheinungsbild des Biosphärenreservats Rhön von jahrhundertelanger landwirtschaftlicher Nutzung geprägt. Diese vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft gilt es hier zu erhalten, denn zwischen Naturschutz und -nutzung bestehen auch Zusammenhänge: So sind zum Beispiel für die Rhön charakteristische Arten wie das Birkhuhn oder die Silberdistel auf eine Landbewirtschaftung angewiesen.

Lebensräume im Biosphärenreservat Rhön

Das Biosphärenreservat Rhön zeichnet sich durch eine einzigartige geologische und landschaftliche Vielfalt aus: von wertvollen Biotopen über Urwälder, geheimnisvolle Moore, idyllische Flusstäler bis hin zu artenreichen Bergwiesen. Durch eine bis heute intakte Vernetzung von Buchenwäldern, Blockfeldern, Mooren, Borstgraswiesen

und Kalkmagerrasen haben sich in dieser Mittelgebirgslandschaft viele ursprüngliche Lebensräume erhalten.

Dies ist einer der Hauptgründe für die große Artenvielfalt hier im ca. 185.000 Hektar großen Teil der Rhön, der unser Biosphärenreservat ausmacht.

Die wichtigsten Lebensräume sind:

  1. Kalkniedermoore und Kalktuffquellen bei Geblar
  2. Kalkmagerrasen bei Helmershausen
  3. Laubwälder an Bächen und in Mooren bei Wüstensachsen
  4. Borstgraswiesen bei Poppenhausen
  5. Hochmoore Gersfeld

Das Wasser aus dem Biosphärenreservat

Die Rhön – wegen der weiten Hochflächen und sanft gerundeten grünen Kuppen wird sie auch „Land der offenen Fernen“ genannt – ist bekannt für ihre vielen Quellen. Der Reichtum an Quellgewässern hier wird auf 8.000 bis 10.000 geschätzt. Aufgrund dieser Menge sind viele Quellaustritte bisher noch nicht auf einer Landkarte festgehalten. Aber es wird daran gearbeitet: So wurde während des RhönSprudel Biosphären-Camps 2013 die 2.000. Quelle kartografiert.

Was Studien allerdings belegen, ist die Tatsache, dass im Biosphärenreservat Rhön grundreines, sauberes Wasser vorherrscht. Die Qualität dieses Quellwassers belegt nicht zuletzt die Vielzahl seltener und zum Teil vom Aussterben bedrohter Tierarten. So fühlen sich hier nicht nur Bachforellen oder Biber, sondern auch Edelkrebse und vor allem die Rhönquellschnecke wohl. Diese Schnecke lebt ausschließlich in besonders reinem Wasser und gilt daher als ein sehr wichtiger Indikator für erstklassige Wasserqualität.

Das Biosphärenreservat Rhön ist auch die Heimat unseres Mineralwassers:  Besonders rein und ausgewogen mineralisiert, zeichnet es sich daher vor allem durch seinen harmonisch frischen Geschmack aus. Diesem Geschenk unserer Natur und unserer Region verdanken wir viel. Daher fühlen wir uns unserer Umwelt seit jeher besonders verpflichtet.

Wussten Sie schon...

...dass man Wanderstöcke essen kann?

...dass man Edelsteine pflücken kann?

...was Napoleon 1813 in der Rhön begeisterte?

Die Antworten darauf und vieles mehr hat RhönSprudel in Zusammenarbeit mit den Verwaltungsstellen des Biosphärenreservats Rhön in einer informativen und unterhaltsamen Broschüre zusammengetragen. Diese enthält Wissenswertes, Kurioses und Unglaubliches rund um die Menschen, Tiere, Pflanzen und Sensationen in unserer Region.

Übrigens: Die Faszination des Biosphärenreservats Rhön erlebt man am besten zu Fuß. Darum sind in unserer Broschüre für ein erstes Kennenlernen auch einige interessante Rundwanderwege beschrieben.

RhönSprudel. Der Genuss reiner Natur - aus den Tiefen des Biosphärenreservats.