Naturtipps von unseren Rangern

Ranger sorgen weltweit in Naturreservaten für den Schutz von Pflanzen und Tieren und werben für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur – so auch in der Heimat von RhönSprudel, im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Hier ist die vielfältige Arbeit der Ranger für den Erhalt der Schutzgebiete und den Naturschutz allgemein unerlässlich.

 

Als Mineralbrunnen im Biosphärenreservat Rhön liegt uns viel daran, die Besonderheiten dieses von der UNESCO geschützten Naturraums zu erhalten, zu schützen und gleichzeitig erlebbar zu machen. Daher haben wir uns bei unseren Biosphären-Rangern umgehört und ein paar Naturtipps und DIY-Projekte gesammelt, die jeder ganz einfach umsetzen und erleben kann. Und das vor der eigenen Haustür oder im eigenen Garten! 

 

Wir wünschen viel Freude beim Nachbasteln, ausprobieren und entdecken!

Tipp für den Oktober

Wissenswertes rund um Nistkästen

Ranger Michael Müller:

"Nistkästen müssen richtig, sprich artgerecht angebracht werden. Ansonsten stehen die Nisthilfen leer oder sie setzen ihre gefiederten Nachbarn unnötigen Gefahren aus - wie zum Beispiel Hauskatzen oder Mardern."

Richtiges anbringen von Nistkästen

  • Hängen Sie Nistkästen in zwei bis drei Meter Höhe auf (sofern in der Bauanleitung nicht anders beschrieben).
  • Das Einflugloch sollte weder zur Wetterseite (Westen) zeigen, noch sollte der Kasten längere Zeit der prallen Sonne ausgesetzt sein (Süden). Eine Ausrichtung nach Osten oder Südosten ist deshalb ideal.
  • Zur Befestigung an Bäumen eignen sich rostfreie Alu-Nägel oder feste Drahtbügel, die den Baum nicht schädigen.
  • Damit kein Regen eindringen kann, sollte ein Nistkasten niemals nach hinten, eher nach vorne überhängen
  • Nisthilfen von gleicher Bauart sollten in Abständen von mindestens zehn Metern aufgehängt werden (Ausnahme: Koloniebrüter wie Star und Schwalben). So ist gewährleistet, dass die brütenden Tiere auch genügend Nahrung für sich und ihren Nachwuchs finden.
  • Bringen Sie Nisthilfen am besten im Herbst an, damit Vögel, Kleinsäuger und Insekten sie zum Schlafen und Überwintern nutzen können.
  • Zum Anbringen einer Halbhöhle eignen sich geschützte, für Katzen und Marder möglichst unzugängliche Orte an Hauswänden, auf Balkonen oder an Schuppen und Gartenhäuschen.

Richtige Reinigung von Nistkästen

Wer bereits einen Nistkasten vom vorigen Jahr angebracht hat, diesen aber noch nicht gereinigt hat, sollte das rasch in den nächsten Tagen noch tun. Was Sie beim Reinigen des Nistkasten beachten sollten:

  • Nistkästen sollten nach der Brutsaison gereinigt werden, denn in alten Nestern hausen öfters Flöhe, Milben oder Lausfliegen. Die Reinigung sollte im Spätsommer oder dann erst wieder im Februar vorgenommen werden, um Überwinterer wie zum Beispiel den Siebenschläfer nicht zu stören.
  • Tragen Sie besser Handschuhe und nehmen Sie das Nistmaterial nicht in die Wohnung, da Vogelflöhe und anderes Getier auf den Menschen überspringen kann.
  • Es genügt, das alte Nest zu entfernen und den Kasten bei stärkerer Verschmutzung auszubürsten. Verzichten Sie auf Insektensprays oder chemische Reinigungsmittel.
  • Kontrollen während der Brutzeit sollten Sie vermeiden, um die Brut und Aufzucht der Jungvögel nicht zu stören.

Tipp für den November

Futterhäuschen selber bauen

Ranger Georg Sauer:

"Eines der wichtigsten Kriterien bei der Fütterung von Vögeln ist es, dass das Futter trocken bleibt. Wenn es draußen also friert und schneit, ist ein Futterhaus eine gute Möglichkeit unseren Gartenvögeln zu helfen."

Diese Materialien werden gebraucht:

  • Holzbretter (ca. 2 cm stark)
  • Holzleiste (ca 1-2 cm stark)
  • Plexiglasscheibe
  • Seil zum Aufhängen (ca. 1m lang)
  • Stichsäge 
  • Holzsäge
  • Akkubohrer
  • Holzbohrer
  • Holzschrauben
  • Holzfeile
  • Pinsel, Lineal und Geodreieck
  • Leinöl oder Ökolasur
  • Vogelfutter zum Auffüllen

Und so wird's gebaut:

1. Zunächst die Maße auf den Holzbrettern anzeichnen, dann die Bauteile mit der Stichsäge ausschneiden, Kanten mit der Feile glätten. Die Löcher am besten vorbohren.

2. Nun beginnt das Zusammenbauen. Zuerst die Seitenwände an die Bodenplatte schrauben. Dann das Dach zusammenbauen und zwei dicke Löcher für das Seil in die Dachspitze bohren (mit ca. 2 cm Abstand zum Rand). Auch in die Seitenteile je ein großes Loch für die Befestigung im oberen Bereich bohren.

3. Die zwei Plexiglasscheiben an beiden Seiten der aufrechten Holzteile anbringen. Wichtig dabei ist, ca. 2 cm Abstand zur Bodenplatte zu halten, damit sich die Körner gut verteilen können. Als nächstes die Zwischenwand einsetzen und durch Schrauben am Plexiglas befestigen.

4. Um das Futterhaus später aufhängen zu können, wird jetzt das Seil angebracht. Dafür in ein Ende des Seils einen Knoten machen und das andere Ende von innen nach außen durch das erste Loch im Seitenteil und von unten durch das Dach führen. Auf der anderen Seite von oben durch das Dach und von außen nach innen durch das zweite Seitenteil fädeln. Mit einem Knoten verschließen. Nun das Dach aufsetzen, ohne es fest zu verschrauben, damit jederzeit Futter nachgefüllt werden kann.

5. Zum Schluss wird das Futterhaus imprägniert, um es wetterfest zu machen. Dafür das Holz mit Leinöl oder einer Öko-Holzlasur streichen. Sobald diese getrocknet ist, kann das Vogelfutter befüllt werden.

Tipp für den Dezember

Vogelfütterung - wer frisst was?

Ranger Arnold Will:

" An Futterstellen lassen sich die Tiere aus nächster Nähe beobachten. Besonders für Kinder und Jugendliche, die immer weniger Gelegenheit zu eigenen Beobachtungen und Erlebnissen in der Natur haben, dient das Füttern als Naturerlebnis und vermittelt zudem Artenkenntnis."

Richtig füttern - so geht's:

  • Grundsätzlich ist eine Vogelfütterung vor allem im Winter empfehlenswert. Dann kommen wesentlich mehr Vögel zur Futterstelle und bei niedrigen Temperaturen ist es einfacher, für die notwendige Hygiene zu sorgen. So wird eine Übertragung von Salmonellen auf die Tiere verhindert. Typischerweise füttert man im Winter von November bis Ende Februar. Bei Frost oder Schnee werden besonders viele Vögel das Angebot annehmen.
    Bei Fütterung oder Anbieten von Trink- und Badewasser im Sommer besteht die Gefahr der Infektion der Vögel mit Krankheitserregern.
  • Wählen Sie Futterspender (Futtersilos), bei denen die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen können. Auf diese Weise minimieren Sie die Übertragung und Ausbreitung von Krankheitserregern. Außerdem verdirbt darin das Futter nicht. Futterspender müssen so gebaut und angebracht werden, dass das Futter auch bei starkem Wind, Schnee und Regen nicht durchnässt werden kann, da es sonst verdirbt oder vereist.
  • Sollten Sie dennoch herkömmliche Futterhäuschen verwenden, dann reinigen Sie diese regelmäßig mit heißem Wasser und legen Sie täglich nur wenig Futter nach. 
  • Wohin mit dem Futterspender? Platzieren Sie Futterspender an einer übersichtlichen Stelle, so dass sich keine Katzen anschleichen und Sie gleichzeitig die Vögel gut beobachten können. In einem angemessenen Abstand sollten jedoch nach Möglichkeit Bäume oder Büsche Deckung bieten. Achten Sie darauf, dass in der Nähe befindliche Glasscheiben von außen mit beliebigen Aufklebern versehen werden. 

Welches Futter eignet sich am besten?

Als Basisfutter, das im Zweifel von fast allen Arten gefressen wird, eignen sich Sonnenblumenkerne. Freiland-Futtermischungen enthalten zusätzlich andere Samen unterschiedlicher Größe, die von unterschiedlichen Arten bevorzugt werden.
Die häufigsten Körnerfresser an Ihrer Futterstelle sind Meisen, Finken und Sperlinge. Bei uns überwintern daneben auch Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Amseln, Wacholderdrosseln oder Zaunkönig. Für sie kann man Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie in Bodennähe anbieten. Dabei ist darauf zu achten, dass dieses Futter nicht verdirbt. Es gibt spezielle Bodenfutterspender, die sich dafür besonders gut eignen.
Insbesondere Meisen lieben auch Gemische aus Fett und Samen, die man selbst herstellen oder als Meisenknödel kaufen kann.

Achtung: Achten Sie beim Kauf von Meisenknödeln und ähnlichen Produkten darauf, dass diese nicht in Plastiknetzen eingewickelt sind. Vögel können sich mit ihren Beinen darin verheddern und schwer verletzen. Keinesfalls sollte man salzige Nahrung wie Speck oder Salzkartoffeln anbieten. Auch Brot ist nicht zu empfehlen, da es im Magen der Vögel aufquillt. Billiges Vogelfutter ist nicht zu empfehlen, da dieses meist mit großen Anteilen an Weizenkörnern gestreckt wird. Diese werden von den Vögeln erst als letzte Option gefressen, sonst aber aus der Futterstelle entfernt. Dies führt meist zu großen Mengen ungenutzten Vogelfutters am Boden. Zudem können durch billiges Vogelfutter zum Beispiel schädliche Pflanzenarten, wie die stark allergieauslösende Ambrosie, verbreitet werden. Es lohnt sich also, hochwertigeres Vogelfutter zu verwenden.

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