Naturtipps von unseren Rangern

Ranger sorgen weltweit in Naturreservaten für den Schutz von Pflanzen und Tieren und werben für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur – so auch in der Heimat von RhönSprudel, im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Hier ist die vielfältige Arbeit der Ranger für den Erhalt der Schutzgebiete und den Naturschutz allgemein unerlässlich.

 

Als Mineralbrunnen im Biosphärenreservat Rhön liegt uns viel daran, die Besonderheiten dieses von der UNESCO geschützten Naturraums zu erhalten, zu schützen und gleichzeitig erlebbar zu machen. Daher haben wir uns bei unseren Biosphären-Rangern umgehört und ein paar Naturtipps und DIY-Projekte gesammelt, die jeder ganz einfach umsetzen und erleben kann. Und das vor der eigenen Haustür oder im eigenen Garten! 

 

Wir wünschen viel Freude beim Nachbasteln, ausprobieren und entdecken!

Tipp für den April

Insektenhotel selbst bauen

Ranger-Team:

"Wichtig ist es, einen sonnigen Standort auszuwählen, welcher nach Süden ausgerichtet ist und Schutz vor Regen bietet."

 

Diese Materialien werden benötigt

  • Eine Baumscheibe (mind. 20 cm tief, Laubholz statt Nadelholz, gut gelagert)
  • Einen vorbreiteten Holzrahmen/Holzgehäuse (Größe je nach Menge der zur Verfügung stehenden  Materialien)
  • Bambus
  • Fliesenkleber (frostsicher)
  • Eisensäge
  • Holzbohrer (3-6mm)
  • Bohrer

Und so geht's

  1. Mit dem Bohrer einige Löcher im rechten Winkel in die Baumscheibe bohren.

  2. Das Bambusrohr in ca. 8 cm lange Stücke zersägen. Darauf achten, dass die vordere Schnittfläche/der Eingang, frei von Splittern und Ausfransungen bleibt. Am besten eignen sich Bambusabschnitte ohne Knoten, da diese komplett hohl sind. Sollte sich im vorderen Bereich des Bambusrohres ein Knoten befinden und die Tiefe zu gering sein (Min. 6 cm), wird mit einem Bohrer tiefer gebohrt.

  3. Nun müssen die vorbereiteten Materialien im Holzgehäuse befestigt werden. So wird verhindert, dass bspw. Spechte die Bambusabschnitte herausziehen, um an die in den Hohlräumen befindlichen Insekten zu gelangen. Dafür das fertige Holzgehäuse mit der Vorderseite nach oben auf einen Tisch legen und eine etwa zwei Zentimeter dicke Schicht Fliesenkleber einfüllen. Danach alle vorbereiteten Materialien nach Belieben anordnen, in den Kleber eindrücken und trocknen lassen.

  4. Natürlich können auch noch weitere Elemente als Nisthilfe hinzugefügt werden. Zum einrichten von Insektenhotels eignen sich zb. auch Tonklötze, Lehmelemente, Rundhölzer von Besen- und Schaufelstielen, zugeschnittene Holzklötze und Gitterziegel.

Tipp für den Mai

RhönWollets - Düngepellets aus Rhönschafwolle

Ranger Arnold Will:

"In einem bundesweiten Wettbewerb des Deutschen Verbands für Landschaftspflege, haben die RhönWollets 2021 im Bereich innovative Projekte gewonnen!"

 

 

Wiederverwenden statt wegwerfen

Kaum zu glauben, dass unser beliebtes Rhönschaf in den 80er Jahren vom Aussterben bedroht war. Dank des beharrlichen Einsatzes einiger Schäfer und gezielter Naturschutzprojekte, konnte die Anzahl der Tiere wieder gesteigert werden. Seit Anfang 2020 ist das Rhönschaf von der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Haustiere verschwunden. 

Leider wurde die Wolle der Rhönschafe oft zum Abfallprodukt, da die ursprüngliche Nutzungsform von Rohwolle - Verarbeitung zu Fasern, Stoffen und Kleidung - aufgrund der Herstellung von bspw. Kunstfasern unrentabel wurde, sind viele Verarbeitungsmöglichkeiten für Rohwolle weggebrochen.  Die Schäfer in der Rhön haben sich daher das Ziel gesetzt, auf das Thema aufmerksam zu machen und die Wertschätzung für das Produkt Wolle wieder zu erhöhen. In Form von Pellets kann die Wolle als ökologischer Langzeitdünger dienen und bspw. im eigenen Garten und für Topfpflanzen eingesetzt werden. Seit Ende Februar 2021 werden die "RhönWollets" nun verkauft. Am Projekt sind aktuell elf Schäferei-Betriebe aus der Rhön beteiligt (Stand Januar 2022). 

Hier geht's zu einer Übersicht der Verkaufsstellen: marktplatzrhoen.de/rhoenwollets 

Vorteile der Düngepellets

  • Schafwolle ist reich an Nährstoffen und eignet sich sehr gut zur Langzeit-Düngung. Die Nährstoffe werden langsam und schonend an die Erde und damit an die Wurzeln der Pflanze abgegeben. Die Nährstoffverfügbarkeit für die Pflanzen beträgt rund 10 Monate. So sind die Pflanzen mit nur ein- bis zweimal Düngen pro Saison optimal versorgt.
  • Zusätzlich dienen die Pellets als natürlicher Wasserspeicher, somit ist die Pflanze auch in Trockenphasen sehr gut versorgt und beim Gießen kann Wasser gespart werden. Der Dünger eignet sich für Blütensträucher, Stauden, Gemüse und Kohlarten, aber auch für Beeren und anderes Obst.
  • Die Wolle für die Herstellung der Düngepellets kommt zu 100 % aus der Rhön, somit ist das Produkt natürlich und nachhaltig

 

 

 

Tipp für den Juni

Kochen mit Kräutern aus dem eigenen Garten

Ranger Hubert Stumpf:

"Es ist erstaunlich, aus welchen Pflanzen im eigenen Garten sich eine überraschend köstliche Mahlzeit zaubern lässt.

Löwenzahn zum Beispiel steht den heutigen "Superfoods" in nichts nach!"

Zutaten - für einen Löwenzahnsalat mit kandierten Äpfeln

  • Ca. zwei Hände voll Löwenzahn mit Blüten und/oder Blüten vom Gänseblümchen
  • 1 Apfel
  • Feldsalat (am liebsten aus dem eigenen Garten; wächst aber auch das ganze Jahr bei uns in der Region und kann daher aus regionalem Anbau gekauft werden)
  • Nüsse, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Leinsamen – je nach Belieben
  • Öl, Apfelessig, Honig, Senf, Salz, Pfeffer, Zucker

Und so geht's

  1. Zum Feldsalat wird eine Handvoll Löwenzahnblüten und eine Handvoll junger Löwenzahnblätter hinzugefügt. Wer mag, kann auch das ein oder andere Gänseblümchen dazu probieren.
  2. Nüsse, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne oder Leinsamen können nach Belieben ergänzt werden.
  3. Das Dressing ist schnell gemacht: Salatöl, Apfelessig, Honig und Senf sowie Salz und Pfeffer in eine Schüssel geben und gut durchmischen.
  4. Nun noch der Apfel entkernen und in nicht zu dünne Scheiben schneiden.
  5. In eine Pfanne werden eine kleine Tasse Zucker eine Tasse Wasser gegeben. Wenn der Zucker im Wasser geschmolzen ist, werden die Apfelscheiben in die Zuckerlösung gelegt.
  6. Die Zuckerlösung reduzieren. Wenn das Wasser verdampft ist, sollten die Apfelscheiben eine leichte Bräunung haben.
  7. Dann abkühlen lassen.
  8. Der Salat wird nun mit dem Dressing angemacht und nach individuellen Wünschen ergänzt. Auf die Teller verteilen und dann die Apfelscheiben platzieren. Sie geben einen guten Kontrast zum herben Löwenzahn.

Guten Appetit!

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