Naturtipps von unseren Rangern

Ranger sorgen weltweit in Naturreservaten für den Schutz von Pflanzen und Tieren und werben für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur – so auch in der Heimat von RhönSprudel, im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Hier ist die vielfältige Arbeit der Ranger für den Erhalt der Schutzgebiete und den Naturschutz allgemein unerlässlich.

 

Als Mineralbrunnen im Biosphärenreservat Rhön liegt uns viel daran, die Besonderheiten dieses von der UNESCO geschützten Naturraums zu erhalten, zu schützen und gleichzeitig erlebbar zu machen. Daher haben wir uns bei unseren Biosphären-Rangern umgehört und ein paar Naturtipps und DIY-Projekte gesammelt, die jeder ganz einfach umsetzen und erleben kann. Und das vor der eigenen Haustür oder im eigenen Garten! 

 

Wir wünschen viel Freude beim Nachbasteln, ausprobieren und entdecken!

Tipp für den Juli

Der Rotmilan in der Rhön

Ranger Jan Knittel:

"Es leben ungefähr 12.000 - 18.000 Brutpaare in Deutschland (ADEBAR 2015).

Deutschland beherbergt also rund 50% des Weltbestands des Rotmilans, die Rhön rund 1% – eine große Verantwortung!"

Woran erkennt man einen Rotmilan?

  • Der Rotmilan ist der auffälligste Greifvogel der Rhöner Kulturlandschaft. Im Gegensatz zu anderen Teilen Deutschlands gehört der seltene Vogel in der Rhön im Sommerhalbjahr zum Landschaftsbild.
  • Wie der Name schon sagt, hat der Rotmilan einen hell bräunlich bis rostroten Rücken. Die Grundfarbe ist rostbraun, auf der Unterseite der Vorderflügel hat er ein großes weißes Feld und der Kopf ist weißlich bis grauer gefärbt. Der Schwanz ist oberseits rostfarben und unterseits hellgrau bis hellbraun.
  • Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen Arten ist sein tief gegabelter Schwanz.
  • Mit einer Körpergröße bis zu 70 cm, einem Gewicht von 900g - 1.200g und einer Flügelspannweite bis zu 170 cm ist der Rotmilan nach See- und Steinadler unser größter heimischer Greifvogel.
  • Über den Lebensraum des Rotmilans lässt sich sagen: Er fühlt sich in einer strukturreichen Landschaft mit Wald, Wiesen, Weiden, Äckern und Feldgehölzen, Quellen und Bachläufen wohl. Meist brütet der Rotmilan in Waldrandnähe. Zur Nahrungssuche fliegt er in die offene Kulturlandschaft. Auch Dörfer und Weiler werden vom Rotmilan aufgesucht.

Beobachtungen melden

Eigentlich sind Rotmilane Sommergäste in der Rhön, sie überwintern meist in Spanien oder Frankreich. Doch wie es scheint sind nicht alle Vögel fortgezogen. 

Bedingt durch den Klimawandel und die vergleichsweise milden Winter der vergangenen Jahre scheinen immer mehr Rotmilane auf den kräftezerrenden Flug ins Winterquartier zu verzichten. Daten dazu liegen aber nur in geringem Umfang vor. Bundesweit werden aktuell durch winterliche Zählungen an bekannten Schlafplätzen Daten erfasst. Auch innerhalb des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön soll das nun erfolgen, denn es ist bislang nur wenig darüber bekannt, ob und in welchem Umfang die eleganten Greifvögel bei uns überwintern.

Daher rufen die Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön Vogelfreunde auf, etwaige aktuelle Rotmilansichtungen und gegebenenfalls auch Schlafplätze zu melden. Melden Sie Ihre Beobachtungen an die zuständigen Stellen in Bayern, Hessen und Thüringen – gern auch mit Fotos: Für Hessen an Jan Knittel, E-Mail: jan.knittel@br-rhoen.de.

Tipp für den August

Igelschutz im eigenen Garten

Ranger Hubert Heger:

"Gärten sind für Igel wichtige Lebensräume. Das ideale Winterquartier ist schnell hergerichtet: Es besteht aus einem Haufen aus totem Holz, Reisig und Laub."

Igel fit für den Winter machen = Garten fit für den Igel machen!

Schon ab Mitte Oktober wird das Nahrungsangebot für Igel deutlich knapper, die Tiere beginnen ihr Winternest zu bauen. Ihre Winterquartiere suchen die Igel bei anhaltenden Bodentemperaturen um 0° auf. Schutz gegen Kälte finden sie in Erdmulden, unter Hecken oder in Laub- und Reisighaufen. Neben natürlichen Unterschlupfmöglichkeiten kann man zusätzlich ein Igelhäuschen an einem ruhigen Ort aufstellen. 

Manche verspätete Jungigel sind jetzt noch tagsüber unterwegs, um sich weitere Fettreserven anzufressen. Diese Tiere sollten nicht aus falsch verstandener Fürsorge aufgenommen werden. Nur wenn ein Igel auffallend unterernährt oder krank ist, sollte er versorgt oder einer Igelstation übergeben werden.

Gefüttert werden sollte nur nicht verderbliches Feucht- oder Trockenfutter für Katzen, keinesfalls Speisereste oder Dosenfutter. Igel brauchen viel Eiweiß und Fett, daher ist Hundefutter aufgrund seiner Zusammensetzung nicht geeignet. Frisst der Igel in der Nacht nach der Aufnahme nicht, muss der Tierarzt aufgesucht werden.

Ab Mitte November schlummern die meisten Igel, von kurzen Unterbrechungen abgesehen, bis in den März oder April. Da die schlafenden Tiere bei Störungen nicht reagieren können, heißt das für den Garten: Einmal geschaffene Unterschlupfe während des Winterhalbjahres bitte nicht mehr umsetzen. Vorsicht gilt auch beim Beseitigen von Sträuchern, beim Mähen unter tief liegenden Zweigen, beim Umgang mit Motorsensen und Balkenmähern.

Worauf jeder im eigenen Garten achten kann:

  • Bieten Sie in Ihrem Garten Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten wie niedriges Buschwerk, Laub- und Reisighaufen für Igel an.
  • Schaffen Sie Überwinterungsquartiere, indem Sie zum Beispiel ein Igelhäuschen bauen.
  • Verzichten Sie auf englischen Rasen und exotische Gehölze im Garten.
  • Gestalten sie Ihren Garten ohne kleinmaschige Zäune, damit sich Igel frei fortbewegen können.
  • Kein Abbrennen von Reisighaufen ohne vorheriges vorsichtiges Umsetzen.
  • Vorsicht beim Mähen sowie bei Aufräum- und Rodungsarbeiten: In Haufen und Holzstapeln können sich Igelnester befinden.
  • Baugruben, Kabel- und ähnliche Gräben (auch an Straßen) auf hineingefallene Igel kontrollieren und sie ggf. aus ihrer misslichen Lage retten.
  • Rettungsplanken für Teiche und an Wasserbecken mit steilem, glattem Rand anbringen, damit sich Igel im Notfall selbst retten können.
  • Kein unnötiger Chemieeinsatz im Garten: Nutzen Sie bei der Schädlingsbekämpfung umweltverträgliche Alternativen.
  • Sorgen Sie regelmäßig für frisches Trinkwasser, zum Beispiel mit einem Vogelbad oder einer Tränke im Garten.

Tipp für den September

Wildfrüchte verarbeiten

Ranger Joachim Walter:

"Wussten Sie das schon über Brombeeren?: Die vermeintlichen Beeren sind gar keine, sondern bestehen wie bei der Erdbeere aus vielen einzelnen Steinfrüchten, die dann eine Sammelfrucht ergeben. "

Im Spätsommer und Herbst beginnt die Erntezeit!

Wenn der Herbst Einzug in die Gärten hält, erwartet uns eine reiche Vielfalt: Früchte, Beeren und bunte Blätter bereichern unseren Speiseplan - und den der Tiere.

Im Herbst kann also die Ernte des Jahres eingefahren werden. Brombeeren schmecken nicht nur gut, sie sind auch gesund und vitaminreich. Hundert Gramm reife Früchte enthalten immerhin 17 Milligramm Vitamin C, außerdem Mineralien wie Kalzium, Kalium und Magnesium. Auch die Brombeerblätter sind nicht ohne, in früheren Jahrhunderten war Brombeerblatt-Tee ein beliebtes blutstillendes und entzündungshemmendes Heilmittel. Auch nicht zu unterschätzen ist der schwarze Holunder, er ist einer unserer vielseitigsten Wildsträucher. In der Volksmedizin früherer Zeiten spielte er eine große Rolle, er ersetzte praktisch die Apotheke. Die Blüten wirken schweißtreibend, die Früchte haben eine leicht abführende Wirkung. Die kleinen Beeren sind säurearm, dafür aber umso vitaminreicher, vor allem Vitamin C ist mit 180 Milligramm je Kilo bestens vertreten

Holunderbeeren und Brombeere bspw. lassen sich hervorragend als Marmeladen oder Gelees einkochen. Lassen Sie sich von unserem Rezept inspirieren und probieren Sie die Köstlichkeiten, die uns der eigene Garten in Spätsommer und Herbst bietet. 

Ran ans Eingemachte!

Zutaten für Brombeer-Holunder-Marmelade:

  • 700 g Brombeeren
  • 200 g Holunderbeeren
  • 1 kg Gelierzucker
  • 1 Zitrone

 

So geht's:

 

  1. Die Brombeeren verlesen. Falls Beeren mit fauligen Stellen dabei sind, aussortieren.
  2. Holunderbeeren waschen und die Beeren von den Dolden streifen.
  3. Beeren mit einer Gabel zerdrücken und mit dem Gelierzucker vermischen.
  4. Die Mischung abgedeckt über Nacht ziehen lassen.
  5. Die Zitrone auspressen, Saft zu dem Beeren-Zucker Gemisch geben, alles zusammen zum Kochen bringen und vier Minuten sprudelnd kochen lassen.
  6. Marmelade heiß in Gläser abfüllen.

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